Wahlprogramm

Wahlprogramm 2009 als PDF
Wieder ist eine Wahlperiode vorbei und wieder habt ihr die Wahl einer Hochschulgruppe eure Stimme zu geben. Man wird häufig gefragt, welchen Zweck überhaupt eine organisierte Studierendenschaft erfüllt. Die vergangenen zwölf Monate haben diese Frage eindeutig beantwortet. Es wurden durch die Studierendenschaft Entscheidungen getroffen die jeden Studenten betreffen. So wurde beispielsweise das NRW-Semesterticket eingeführt, welches jeden Studenten mobiler macht oder auch die Öffnung des Semi90 als Lernraum für alle Studierenden ist ein Erfolg.

Bei diesen und vielen anderen Entscheidungen hat die LHG Aachen mitgemischt und sich für deine Interessen eingesetzt, um dein Studieren und auch deinen Alltag zu verbessern. Die LHG vertritt dabei deine Interessen durch Projektleiter in fast allen Referaten des AStA und durch die gewählten Mitglieder im Studierendenparlament. Aber auch außerhalb dieser Institutionen setzten wir uns für dich ein. So wurden beispielsweise durch den Einsatz eines einzelnen LHG Mitgliedes die Öffnungszeiten  eines Lernraumes für Medizinstudenten deutlich erweitert.

Im letzten Jahr gaben uns 20% der Wähler ihr Vertrauen. Ein tolles Ergebnis, aber auch eine große Verantwortung, der wir hoffen gerecht geworden zu sein.

Dieses Jahr werben wir erneut um deine Stimme um unsere Arbeit fortsetzten zu können und weiterhin deine Interessen stark vertreten zu können. Das hier präsentierte Wahlprogramm stellt ein Mosaik vieler Ideen der LHG dar. Hierbei haben wir alte Forderungen aktualisiert und viele neue hinzugefügt.

Insgesamt versuchen wir, unseren liberalen Standpunkt deutlich zu machen und gleichzeitig die Interessen eines Großteils aller Studenten zu vertreten. Wir sind davon überzeugt, dass eine liberale Hochschulpolitik, die jedem Studenten Raum für seine freie Interessensentfaltung gibt und Eigeninitiativen unterstützt, die sinnvollste und vernünftigste Lösung für die Aufgaben und Probleme an der RWTH darstellt.

Schenke uns daher dein Vertrauen! Wähle vom 29.6. bis 3.7. LHG – wir sind für dich da!

Bleib in Bewegung –  Für eine Verbesserung des Hochschulsports.

Es ist wichtig, zwischen den Prüfungen oder auch im Alltag einen Ausgleich zu haben. Sich nach einem anstrengenden Tag auszupowern macht nicht nur Spaß, sondern hält dich gesund und fit. Die beliebtesten und besten Möglichkeiten dafür bietet der Hochschulsport. Das zeigt die Bilanz des vergangenen Semesterstarts, bei dem sich in den ersten Minuten über 5000 Studierende für einen Sportkurs angemeldet haben.

Die LHG Aachen setzt sich daher für eine Verbesserung der Situation des Hochschulsports ein, die  in vielerlei Hinsicht unabdingbar ist.

Vor allem muss eine Lösung gefunden werden, wie man die Kapazitäten des Hochschulsports erhöhen kann. Schon jetzt sind die beliebtesten Sportkurse völlig überfüllt oder finden zu kaum wahrnehmbaren Zeiten statt. Auch für die Übergangslösung des Sportzeltes am Königshügel muss endlich eine Lösung gefunden werden. Zusätzlicher Platzmangel entsteht auch durch die Renovierung der Sporthalle Ahornstraße. Über kurz oder lang kann daher nur der Neubau weiterer Sporthallen eine sinnvolle und konsequente Lösung sein.

Leider wird die Bedeutung des Hochschulsports von der Leitung der RWTH nicht so wahrgenommen, als dass man dort Bemühungen unternehmen würde diese Situation zu verbessern. Diese zweitklassige Behandlung muss ein Ende haben.

Deshalb will die LHG in der kommenden Wahlperiode vermehrt die Bedeutung und Dringlichkeit einer Verbesserung des Sports betonen und eine Kapazitätserweiterung durchsetzten.

Lernen und lernen lassen – Für mehr gute Lernräume!

Wer sich auf Prüfungen vorbereiten will, braucht dazu das passende Umfeld. Das sind aber nicht nur Stift und Papier sondern vor allem Raum und Zeit. Die RWTH bemüht sich zwar genügend Lernräume bereit zu stellen, doch gerade zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit wird deutlich, dass es hier noch einiger Verbesserungen bedarf.

Die Lernräume sind hoffnungslos überfüllt und sie schließen oft zu früh. Wer kennt nicht die Schlangen vor der Bibliothek, das Lernen auf den Fluren und die lange Suche nach einem freien Platz?

Doch leider ist es nicht nur der Raummangel, sondern auch die Qualität der bestehenden Lernräume, die verbessert werden muss. Durch die Größe mancher Räume ist es darin so laut, dass man sich nur schwer konzentrieren kann. Oder sie sind so ungeschickt gebaut, dass das leiseste Geräusch bis in die letzte Ecke dringt. Es ist allgemein bekannt, dass diese Gesamtsituation dringend entschärft werden muss. Dabei kann es so einfach sein, kurzfristig Platz zu schaffen. In der vorlesungsfreien Zeit entfallen die meisten Lehrveranstaltungen, womit große Kapazitäten frei werden. Sie stehen dann aber häufig leer. Vor allem Seminarräume bleiben wochenlang ungenutzt, während sie viel besser als Lernräume genutzt werden könnten. Diese Räume lernwilligen Studenten zur Verfügung zu stellen, ist nur mit unerheblichem Aufwand und sehr geringen Kosten verbunden.

Die Öffnung des Semi90 auf Anstoß der LHG zeigt, wie einfach und günstig guter Lernraum geschaffen werden kann. Es sollte zudem auch darauf geachtet werden, dass neben Gruppenlernräumen auch Raum für Stillarbeit zur Verfügung gestellt wird. Hierauf wird noch zu wenig Wert seitens der Verwaltung gelegt.

Die LHG fordert deshalb, dass neue Lernräume geschaffen, die Öffnungszeiten verlängert und bestehende Kapazitäten effizienter genutzt werden. Gute Lehre braucht gute Rahmenbedingungen! Durch den Einsatz der LHG wurden die Öffnungszeiten des Lernraums im Uniklinikum täglich bis 24 Uhr ausgeweitet, doch auch hier muss weiterhin an der Verbesserung der Lernraumsituation gearbeitet werden: Für knapp 3000 Studierende in Medizin und Zahnmedizin reichen 120 Lernraumplätze oft nicht aus, zumal auch die Schulen am Klinikum den Raum nutzen möchten. Die LHG setzt sich dafür ein, zumindest in den Prüfungszeiten weitere Räume, z.B. Seminarräume im MTI oder Versorgungsgebäude in den “Lernzeiten” am späten Nachmittag oder Abend zu nutzen.

Millionengrab Studentenwerk

Die Mensen, Cafeterien, viele Wohnheime und Einrichtungen zur Kinderbetreuung werden vom Studentenwerk unterhalten. Während die Wohnheime sich vollständig aus den Mieten finanzieren und sich das Studentenwerk als Träger für Kinderbetreuungseinrichtungen etabliert hat, ist der gastronomische Bereich hochdefizitär und wird zu etwa gleichen Teilen aus Steuergeldern und eurem Sozialbeitrag subventioniert.

Ein Mensaessen kostet de facto viel mehr als der eigentliche Preis, der an der Kasse bezahlt wird. Jede Mahlzeit in den Mensen wird aktuell mit etwa 6 Euro subventioniert. Je nach Gericht liegt der wahre Preis damit zwischen 8 und 10 Euro! Der Haken bei der Sache: Externe Gäste der Mensen, wie zum Beispiel Professoren, Rentner und andere Mitbürger zahlen nur 1.50 Euro Zuschlag auf den subventionierten Studentenpreis. Damit finanzieren wir Studenten deren Mittagessen zu einem erheblichen Anteil mit.

Damit nicht genug: Jede Cafeteria des Studentenwerks, selbst die „Forum Cafete” in bester Lage im Kármán-Auditorium macht sechsstellige Verluste im Jahr. Kein Wunder, wenn beispielsweise der Einkaufspreis des Studentenwerks für Milchgetränke über (!) dem Preis liegt, den man als normaler Verbraucher im Supermarkt für das gleiche Produkt bezahlt.

Genauso gut können wir Studenten uns fragen, warum eine „Sekt- und Weinbar” im SuperC, bei der von Anfang an bekannt war, dass deren Betrieb niemals kostendeckend möglich sein wird, von unseren „Sozialbeiträgen” bezahlt werden muss. Eine öffentliche Ausschreibung zum Betrieb dieser Gastronomie durch die RWTH hat scheinbar auch nie stattgefunden. Warum auch: Private Betreiber würden dabei schnell Pleite gehen.

Das Studentenwerk befindet sich nach wie vor in der grotesken Situation, dass die Verluste geringer werden, wenn weniger Studenten dort essen. Hier sind marktwirtschaftliche Prinzipien ad absurdum geführt!

Wie chaotisch die Lage im Studentenwerk ist, zeigt das jüngste Urteil des Amtsgerichts Aachen, das den ehemaligen Küchenchef der Mensa Vita wegen Bestechlichkeit verurteilt hat. Er hat einen deutlich teureren Großhändler bevorzugt und dafür Handys geschenkt bekommen. Außerdem wurden viel zu große Lagerbestände geführt, wodurch regelmäßig Lebensmittel verdarben.

Vor wenigen Wochen ist der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Studentenwerkes Herr Dr. Fricke (ehemaliger Aachener Oberkreisdirektor), mit der Begründung zurückgetreten, dass er dem Studentenwerk nicht mehr den Rücken freihalten könne, wenn dieses nicht auf die Forderungen der Studierendenschaft eingehe.

Die Coffeelution im Audimax beweist, dass es manche halt besser als das Studentenwerk können.

Der eigentliche Skandal allerdings ist, dass wir als Studierende dazu gezwungen werden, dieses System am Leben zu erhalten und weiter zu finanzieren, mit 56 Euro pro Semester, die sich auch noch Sozialbeitrag nennen. Viele Restaurants in der Pontstraße oder neue private Mensen zeigen, dass man günstiges und trotzdem gutes Essen anbieten kann. Die LHG ist der Meinung, dass zumindest im RWTH-Kernbereich auf wirtschaftliche Lösungen gesetzt werden sollte und dass sich die Existenzberechtigung der Studentenwerksmensen allenfalls auf Randgebiete der RWTH (Hörn, Melaten) beschränkt.

Für eine internationalere RWTH

Das Bachelor/Master System, das mittlerweile in fast allen Studiengängen der RWTH umgesetzt wurde, ist darauf angelegt, das Studium modularer und standardisierter zu gestalten. Dadurch soll unter Anderem die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Universitäten gefördert und die Organisation von Auslandsaufenthalten sowie ein Anrechnen von im Ausland erbrachten Leistungen erleichtert werden.

Diese im Grunde lobenswerten Ansätze werden allerdings in vielen Fällen durch die Bürokratiestrukturen der RWTH  zunichte gemacht. Wer keinen der wenigen und heißbegehrten Plätze in einem direkten Austauschprogramm ergattern kann ist komplett auf sich allein gestellt. Das International Office verweist in diesem Fall nur auf den DAAD, ein englischer Notenspiegel ist teilweise selbst für weit verbreitete Studiengänge nicht zu bekommen. Dazu kommt, dass sich viele Lehrstühle beim Anrechnen von Leistungen stur stellen und nur wenige Studenten bereit sind, ihre Studienzeit um ein weiteres Semester zu verlängern, um einen Auslandsaufenthalt vorweisen zu können. Gerade wer sich für Zielländer außerhalb Europas interessiert wird durch die unzähligen Hürden stark abgeschreckt. Die Problematik zeichnet sich auch in der Anzahl der europäischen Auslandsaufenthalte ab, die seit einiger Zeit deutlich sinkt.

Dieser Zustand ist einer Universität, die für sich selbst in Anspruch nimmt, ihre Studenten umfassend und vielseitig auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten, nicht angemessen.

Die LHG wird sich deshalb dafür einsetzen, dass Auslandsaufenthalte für mehr Studenten leichter durchzuführen sind und dass die RWTH dabei in Zukunft eine Hilfe und keine Behinderung ist. Auch innerhalb Aachens möchten wir den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen fördern. Ausländervertretung und Interkulturelles Zentrum sollen besser in das Veranstaltungsspektrum der RWTH eingebunden werden, sodass es leichter wird, Ausländer und Deutsche zu verbinden.
Wir wünschen uns, dass in Zukunft mehr Studenten von den Vorteilen eines Auslandsaufenthaltes profitieren können und freuen uns, in Zukunft mehr Vielfalt an unserer Universität erleben zu können.

Für die Förderung studentischer Eigeninitiativen

Studentische Eigeninitiativen sind ein wichtiger Bestandteil des studentischen Lebens. Hier erhält man an die Möglichkeit eigenverantwortlich ein Projekt auf die Beine zu stellen, Interessen der Studierenden zu vertreten, auf Missstände aufmerksam zu machen und vieles mehr. Das Studierendenparlament fördert jedes Jahr solche Eigeninitiativen aus einem eigens dafür eingerichteten Fördertopf. Allerdings werden diese Mittel nur selten ganz ausgeschöpft und häufig nur die gleichen Eigeninitiativen gefördert.

Die LHG möchte die Studierenden der RWTH stärker über bestehende Eigeninitiativen informieren, auf die Möglichkeit der Förderung aufmerksam machen und zugleich dazu aufrufen bei guten Ideen, die einem großen Teil der Studierendenschaft einen Nutzen bringen könnten, das Thema selbst anzupacken und falls nötig einen Antrag auf finanziellen Unterstützung beim Studierendenparlament einzureichen.

Renovieren nicht vergessen

Die RWTH ist im Wandel. Neubauten an allen Ecken und Planungen zum neuen Campus Melaten sind mit Sicherheit tolle Projekte. Besonders freuen wir uns über den Neubau von Hörsälen und Lernräumen für den die Studierendenschaft im letzten Jahr viele Gelder aus Studienbeiträgen bewilligt hat. Doch steht die Liberale Hochschulgruppe dafür ein, den Renovierungsbedarf an der RWTH nicht zu vernachlässigen. Auf mehrere Millionen Euro belaufen sich die Kosten für Renovierung und Erneuerung. Die LHG möchte, dass alle Studierenden in einem modernen Umfeld lernen können. Schluss mit veralteten Hörsälen, fehlenden Beamern und hässlichen Lernplätzen. Wer erfolgreich studieren will sollte sich an seiner Uni auch wohl fühlen können.

Sprachenzentrum – Sprachen sind der Schlüssel zur Welt

Sprachen zu sprechen erleichtert nicht nur die Kommunikation im Urlaub, sondern ist eine wichtige Voraussetzung, um eure Chancen im Job nach dem Studium zu erhöhen.

Die RWTH war leider bisher nicht genug in der Lage, sich den erhöhten Bedürfnissen auf Fremdsprachenausbildung anzupassen. Die Vielfalt der angebotenen Sprachen ist zu gering, die Plätze in den Kursen viel zu wenig und besonders das Angebot an berufsspezifischen Sprachkursen reicht bei weitem nicht aus.

Die Liberale Hochschulgruppe möchte diese Zustände ändern. Die Hochschulleitung muss sowohl mehr Geld ausgeben, als auch mehr Stellen schaffen, damit jeder Interessent einen Platz im benötigten Sprachkurs erhält. Dies wäre eine wirklich sinnvolle Verwendung von Studienbeiträgen.

Außerdem müssen die Studierenden von Anfang an besser über die Möglichkeiten informiert werden. Dies kann durch Integration in das Campus Office und Information bei der Einschreibung geschehen. Eine weitere Erleichterung wäre es, die Einstufungstest häufiger, z.B. auch in der Semester-Mitte, anzubieten.

Für ein besseres Zeitmanagement bei der Organisation der Lehrveranstaltungen

Die LHG Aachen fordert die RWTH Aachen dazu auf, das Zeitmanagement und damit verbunden die Blockung der Hochschulveranstaltungen nachhaltig zu optimieren. Viele Studenten können aufgrund der knapp bemessenen Zeit nicht vollständig an ihren Vorlesungen und Übungen teilnehmen. Strecken von der Ahornstraße bis zum Karman Auditorium oder zur Rochusstraße sind innerhalb von 15 Minuten nicht machbar. Von einer Elitehochschule, die jedes Semester 693 Euro von jedem Studenten abbucht, sollte zu erwarten sein, dass sie auch ein so optimales Zeitmanagement organisiert, damit man als Student auch die Leistung komplett beziehen kann, für die man bezahlt.

Keine Rücklagenbildung, sondern sinnvolle Verwendung der Studiengebühren

Wie ihr wisst, wird alle 6 Monate ein Betrag von ca. 693 Euro fällig. Dies nennt sich Studiengebühren inklusive Semesterbeitrag.

Ein Großteil dieser Studiengebühren geht tatsächlich in die Lehre, und es muss weiterhin darauf gedrängt werden, dass die Gebühren nur für die Lehre und zum Wohle aller Studierenden eingesetzt werden. Neben Tutorien und anderen Maßnahmen, die vor allem Erleichterungen für Studienanfänger bedeuten, muss z.B. auch die Ausstattung der Bibliotheken, die Flächendeckende Verfügbarkeit von Eduroam in allen Hörsälen, Seminarräumen und Bibliotheken berücksichtigt werden.

Wusstet ihr jedoch, dass es überschüssiges Geld gibt, welches nicht genutzt wird, weil man nicht weiß, was man damit anfangen soll? Mit euren überschüssigen Studiengebühren werden Rücklagen gebildet, damit man in folgenden Jahren in verschiedene Bereiche investieren kann. Wir als LHG fordern, dass diese Studiengebühren unmittelbar eingesetzt werden, damit sie auch euch zugutekommen. Was nützt es euch wenn ihr einzahlt, dieses Geld aber erst nach Jahren investiert wird? Gar nichts!

Deswegen werden wir uns dafür einsetzen, dass es nicht zu einer Überschussbildung kommt, wie es bereits an anderen Hochschulen der Fall ist. Heute bezahlte Gebühren müssen euch heute auch zugutekommen. Nicht zuletzt forderte das NRW-Innovationsministerium die Hochschulen auf, Studienbeiträge zu senken, sollten die Hochschulen diese Gelder nicht vollständig zur Verbesserung der Lehre ausgeben werden können.

Informationsportal statt Massenmails

Die LHG setzt sich dafür ein, dass ein Internetportal entsteht, in dem alle Veranstaltungen, Vorträge, Exkursionen usw. der RWTH Aachen, der einzelnen Institute und auch der angegliederten Vereine und Eigeninitiativen aufgelistet werden. Bisher sind solche Informationen viel zu sehr verstreut und nur schwer zu finden. Durch diesen Service könnte das Interesse der Studierendenschaft geweckt werden und auch externen Rednern ein besserer Eindruck von der RWTH vermittelt werden, wenn sie nicht vor halbleeren Hörsälen stehen.

Obwohl die bereits existierende Veranstaltungsliste der RWTH im letzten Jahr etwas erweitert wurde, so ist sie doch bei weitem noch nicht vollständig und bedarf vor allem im Hinblick auf Übersichtlichkeit und Suchfunktionen dringend einer Überarbeitung.

Der RWTH-Mailverteiler ist dagegen ungeeignet zur Bewerbung von Veranstaltungen und sollte im Zuge des Internetportals drastisch zurückgefahren werden. Ein Informationsportal das institutions-übergreifend alle wichtigen Veranstaltungen enthält, würde hier Studenten die Suche nach passenden Veranstaltungen erleichtern und die Besucherzahlen für viele gute Veranstaltungen erhöhen.

Die LHG fordert daher ein Informationsportal für alle Studenten an der RWTH, das unabhängig und informativ arbeitet.

Alt und Neu gleichermaßen fördern!

In Bologna fing alles an. Dort wurde beschlossen, dass in Europa ein einheitliches Hochschulsystem geschaffen werden soll. Die Folge für die Studierenden war die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse, wobei die Umsetzung nicht sehr glanzvoll gelingt. Schließlich fühlen sich die ersten Bachelorjahrgänge als Versuchskaninchen und bei den letzten Diplom- und Magistersemestern wird es immer schwieriger, das Studium wie alle anderen zu beenden. Da werden Vorlesungen plötzlich nicht mehr angeboten oder es können nur noch die Klausuren geschrieben werden, ohne die entsprechenden Veranstaltungen zu besuchen. Besonders diejenigen, die ein paar Semester länger brauchen -  und damit den Durchschnitt abbilden – haben es zunehmend schwerer.
Die ständige Kritik von vielen Institutionen und die abnehmende Zahl der Befürworter machen deutlich, dass nicht nur die Studierenden mit der Umstellung unzufrieden sind. Sicherlich ist eine derart grundlegende Änderung recht komplex. Aber gerade deshalb darf sie nicht auf Kosten der Lehre gehen! Den Studierenden der alten Studiengänge müssen die gleichen Bedingungen ermöglicht werden wie bisher und die neuen brauchen klare Informationen, wie ihr Studium verlaufen soll. Vor allem die Neuerungen in den Prüfungen müssen vorher klar benannt und nachvollziehbar erklärt werden – damit es nicht erst in der Prüfung zu Überraschungen kommt.
Die LHG fordert daher eine kritische Überprüfung der bisherigen Regelungen, die Förderung von alten und neuen Abschlüssen und eine spürbare Verbesserung des Informationsflusses!

Betreuung und Beratung ausländischer Studierender verbessern

Die LHG hat sich in der Vergangenheit immer wieder bemüht, den Studienaufenthalt aller ausländischen Studierenden zu vereinfachen, z.B. war die Gründung der studentischen Eigeninitiative „Aachener Studierende für Ausländische Studierende” von 2 Mitgliedern der LHG Aachen getragen.

Was in Aachen immer noch fehlt, ist ein effizienter Informationstransfer zugunsten ausländischer Erstsemester in Fragen wie der Suche nach bezahlbarem Wohnraum und Studentenjobs. Der Umbau des Humboldt-Hauses von einem AStA-Café zu einer Servicestelle für ausländische Studierende mit einem Büro des International Office, dem Interkulturellen Centrum Aachener Studierender (INCAS) sowie einem Büro für die ausländischen Studierendenvereine ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die LHG möchte sich in der kommenden Legislaturperiode darum bemühen, dass es mehr und besser organisierte Zusammentreffen aller neu immatrikulierten internationalen Erstsemester gemeinsam mit dem International Office, der Ausländervertretung, den Studierendenvertretern und den studentischen Initiativen geben wird. Weiterhin wird sich die LHG darum kümmern, dass noch mehr Webseiten von wichtigen RWTH-Instituten und -Anlaufstellen bzw. Wohnheimen des Studentenwerks internationale Versionen anbieten, um die Informationsaufnahme für Masterstudierende und zukünftige Studierende schon vor der Einreise nach Deutschland effizienter zu gestalten. Nicht zuletzt nimmt sich die LHG den dramatisch schlechten Möglichkeiten für Studierende aus nicht-europäischen Ländern zur Studienfinanzierung an.

Im vergangen Jahr haben wir mehrfach bei Politikern wie dem Staatssekretär im NRW-Innovationsministerium Michael Stückradt Druck gemacht und immer wieder nachgehakt.

Erste Erfolge zeigen sich bereits wie bei der Anpassung der Bafög-Bestimmungen, aber die großen, wichtigen Schritte fehlen noch, um ein ähnliches Darlehensprogramm, wie es deutschen und europäischen Studierenden zur Verfügung steht, für alle Studierenden zu erreichen. Denn in der jetzigen Situation können sich viele ausländische Studierende ein Studium in NRW nicht mehr leisten.

Drittmittel nutzen – nur so kommen wir voran

Ein vielfältiges Lehr- und Forschungsspektrum? Das geht nur mit einer guten finanziellen Basis. Die Streichung von Stellen bei den Geisteswissenschaften und Architekten in den vergangenen Jahren wäre in diesem Umfang nicht notwendig gewesen, hätte man sich rechtzeitig um alternative Finanzierungsmöglichkeiten gekümmert. Aber auch in anderen Bereichen der Hochschule ist das Konzept des Public-Private-Partnership noch ein Buch mit sieben Siegeln. Die Erschließung von Drittmitteln wird vor allem für Prestige-Projekte eingesetzt. Auch im Bereich Fundraising bestehen vielfältige Chancen, die bisher nicht konsequent genutzt werden. Leider erkennen einige Hochschulgruppen diese Möglichkeiten nicht und polemisieren stattdessen gegen eine angeblich aufkommende Kommerzialisierung der Universitäten. Die LHG setzt sich für eine konsequentere Nutzung der Möglichkeit, Drittmittel einzuwerben, ein. Wir wollen vermeiden, dass aufgrund fehlerhafter Finanzplanung gerade der Lehre in den traditions- und erfolgreichen Disziplinen das Wasser abgegraben wird.

Hier auch unsere Forderungen an die Industrie: Wer gute Arbeitskräfte haben will muss auch bereit sein, deren Lehre zu unterstützten!

Soziales – Liberaler ist Sozialer

Eine fundierte und kompetente Sozialberatung gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines AStAs. Die sozialen Probleme und Belange der Aachener Studenten müssen immer höchste Priorität bei der Arbeit der gewählten Studierendenschaft besitzen. Die liberale Hochschulgruppe hat in den letzten Jahren mit Projektleitern und Referenten die hohe Qualität der Sozialberatung gesichert.

Auf diesem hohen Niveau möchten wir weitermachen. Zu den wichtigsten Themengebieten gehören die BAFöG-Beratung, Beratung zu den Themen studentisches Jobben, Wohnen, Studieren mit Kind, Studienfinanzierung und eine Beratung für behinderte oder chronisch kranke Studierende. Mit der liberalen Hochschulgruppe als studentische Vertretung habt ihr alle eine kompetente Anlaufstelle, die euch mit einem engagierten Team bei Problemen und Fragen zur Seite steht und eure persönlichen Angelegenheiten natürlich streng vertraulich behandelt.

Diese Aufgabe haben wir besonders ernst genommen, wenn es um eure finanziellen Probleme geht. Gemeinsam mit Euch suchen wir nach Lösungen zur Studienfinanzierung und zur Überbrückung finanzieller Notlagen. Die Liberale Hochschulgruppe steht für die seriöse Vergabe von Sozialdarlehen und Darlehen zur Finanzierung von Studienbeiträgen ebenso ein, wie für die Unterstützung von bedürftigen Studierenden aus dem Studentischen Hilfsfonds. Mit vollem Einsatz möchten wir euren Studienerfolg sichern, wenn ihr vor großen Problemen steht. Engagiert, kompetent und zuverlässig möchten wir weiterhin euer Ansprechpartner sein.

Studieren mit Kind – Freude statt Last

Besonders in der heutigen Zeit sollte Studieren mit Kind für junge Mütter und Väter keine Belastung darstellen, sondern eine Bereicherung im Leben. Mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigt sich die Studierendenschaft schon seit über 30 Jahren. Im Fokus unserer Bemühungen steht immer die Vereinbarkeit vom Kind und Studium.

Die Liberale Hochschulgruppe hat im letzten Jahr auf dem Gebiet der Kinderbetreuung viel erreicht und möchte auch in Zukunft für ausreichende Betreuungsplätze und ansprechende, bedarfsgerechte Betreuungsformen kämpfen.

In der Vergangenheit standen viele Betreuungseinrichtungen durch neue Gesetzgebung und finanzielle Probleme vor großen Problemen. Um eure Kosten so gering wie möglich zu halten, werden eine Spielgruppe und eine Kindertagesstätte aus Beiträgen der Studierendenschaft mitfinanziert. Die Liberale Hochschulgruppe hat dafür gesorgt, dass die Herausforderungen, vor der studentische Eltern stehen endlich mehr Gehör finden.

Unsere Vertreter engagierten sich bei der Stadt Aachen im Bündnis für Familie und sorgten gemeinsam mit dem Eltern-Service-Büro der RWTH für eine umfassende Vernetzung der Betreuungseinrichtungen für Kinder von Studierenden. Wir möchten weiter dafür einstehen, dass Euer Studium mit Kind keine Last ist, sondern eine freudige Herausforderung, die Euer Leben bereichert.

Sorgenkind Frauenprojekt. Unsere Lösung.

Schon seit einiger Zeit macht das Frauenprojekt wenig Freude. Es existiert eigentlich nur noch formal und ist nicht mehr in der Lage seinen Zweck zu erfüllen. Die Nutzung der Angebote des Frauenprojektes geht als Konsequenz quasi gegen Null. Trotzdem zahlt jeder Studierende einen Teil seines Beitrages an das Frauenprojekt.

Mittlerweile sind sich fast alle Hochschulgruppen einig, dass dieses Problem gelöst werden muss.

Die LHG hat sich daher ein Lösungskonzept überlegt: Wir fordern die Einrichtung eines/er Gleichstellungsbeauftragten in Form einer Projektleiterstelle. Diese Stelle soll sich vor allem nicht auf Frauen beschränken, sondern für alle Studenten die diskriminiert oder unterdrückt werden eine Hilfe sein.

Zur Wahl dieser sehr wichtigen Aufgabe schlagen wir eine vom StuPa gebildete Auswahlkommission vor, die mögliche Kandidaten dem Studierendenparlament vorschlägt, über die dann vom Plenum abgestimmt wird. So werden alle bei der Auswahl der/des Beauftragten berücksichtigt.

Wichtig ist vor allem, dass alle Studierende die Möglichkeit haben, eine zuverlässige Beratung in Anspruch nehmen zu können.

Für ein breites Kulturangebot in Aachen

Für die Liberale Hochschulgruppe ist ein vielfältiges kulturelles Angebot eine wichtige Ergänzung zum Studienalltag. Nach einem stressigen Unitag gibt es wenig entspannenderes als mit ein paar Freunden auf ein Konzert zu gehen oder sich bei einer Comedy-Show zu amüsieren.

Deshalb ist die LHG mit 2 Projektleitern im Kulturreferat des AStA vertreten und sorgt so dafür, dass ihr immer eine große Auswahl an verschiedenen Events habt. Dabei führen wir Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge, Kabaretts, Informationstage, Konzerte und Lesungen kostenlos oder sehr günstig für Studenten durch. Die Projekte werden entweder in Eigenregie aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, wie beispielsweise dem Theater Aachen organisiert. Außerdem veranstalten wir Rockkonzerte für alle Musikbegeisterte unter euch. Dabei habt ihr sogar die Möglichkeit, selbst als Vorband den Abend zu rocken und als Musiker zumindest lokal bekannt zu werden.

Und dann gibt es natürlich noch regelmäßig die Semesteranfangsparty, die mittlerweile zu einer festen Institution in der Aachener Partylandschaft geworden ist und jedes Semester vom AStA Kulturreferat organisiert wird.

Auch abseits vom AStA setzt sich die LHG für ein stärkeres kulturelles Angebot ein, zum Beispiel durch die gezielte Förderung von studentischen Eigeninitiativen. So haben alle Studenten die Möglichkeit, ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot zu genießen oder sogar selbst etwas dazu beizutragen.

Gegen verspätete Zulassungen

Ob über ZVS oder interne Auswahl: Viele Abiturienten bekommen aufgrund komplizierter Nachrückverfahren oft viel zu spät ihren Studienplatz. Studierende, die ihre Zulassung teilweise erst im November erhalten, haben neben verpassten Veranstaltungen oft auch noch organisatorische Probleme zu lösen, viele haben noch keine Wohnung. Die Studiendauer verlängert sich so fast schon automatisch um ein, wenn nicht sogar zwei Semester. Wir fordern die Hochschulen dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass dieser Zustand behoben wird. Gerade in Zeiten von Studiengebühren ist es jungen Menschen nicht zuzumuten, erst mitten im Semester zu wissen, wo und was sie studieren werden. Dass dann auch noch in vielen Fällen ein Losverfahren über den Erhalt eines

Studienplatzes entscheidet, ist nicht akzeptabel.

DIES ist DIES und Karneval ist Karneval

Ein DIES ist per Rektoratsbeschluss ein Tag, an dem keine Vorlesungen, Übungen oder gar Klausuren stattfinden sollen. Leider wird dies bisher nicht von allen Fakuläten eingehalten, teilweise sind Anmeldungen für Kurse, aber auch schon Übungen und Seminare auf DIES gelegt. Überdies funktioniert studentisches Engagement für die neuen Erstis nur dann, wenn genug Freiwillige die Ersti-Tage organisieren (können). Deswegen: Am ersten und zweiten Tag im Semester keine Nachprüfungen!
Der Karneval hat in Aachen Tradition und ist ein kulturelles Highlight. Seit Generationen verkörpert er Lebensfreude und Charakter unserer Stadt. Etwa ein Fünftel der Aachener Einwohner sind Studenten. Die meisten an der RWTH. Ungünstige Klausurplanungen haben somit großen Einfluss auf die Auseinandersetzung vieler Einwohner Aachens mit dem Öcher Karneval und behindern somit die Identifikation mit unserer lebendigen Stadt.
Die LHG Aachen fordert daher die Abschaffung von Klausuren an Karneval.

Campus Melaten. Erweiterung der RWTH nur mit den Studenten.

Das wohl größte Bauvorhaben der näheren Zukunft ist der Campus Melaten. Damit auch studentische Interessen bei diesem Projekt verwirklicht werden, ist es wichtig, frühzeitig Wünsche und Bedürfnisse der Studenten bei diesem Vorhaben zu betonen.

Die LHG Aachen setzt sich daher für eine Berücksichtigung deiner Interessen beim Campus Projekt ein. Wir halten vor allem eine Verbesserung der Grundversorgung für Notwendig. Wenn sich ein größerer Teil der Lehrveranstaltungen, Praktika und auch der Arbeitsplätze an der RWTH nach Melaten verschiebt, so ist auch eine Erweiterung des Angebotes mit zusätzlich Cafeterien und Bistros sowie eines Einkaufsmarktes unablässlich. Dies würde auch den angrenzenden Wohnheimen, wie Kawo oder Halifax, zugutekommen.

Wir fordern daher, dass auf die Interessen der Studenten eingegangen wird und diese bei der Planung und schließlich beim Bau berücksichtigt werden.


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